Long time no see…

Well, that’s easy to say, isn’t it?

Über ein Jahr ist mein letzter Beitrag auf diesem Blog her. Ich habe die Zeit vergessen. Und keine Lust gehabt. Das Leben hat dazwischen gefunkt und das eine ganze Weile lang.

Aber ich dachte, ich bin es dem Blog schuldig, doch zumindest sowas wie ein Update dazulassen, nach über einem Jahr. Der letzte Stand auf dem Blog war, dass ich im letzten Jahr (2013) kurz vor den Sommerferien stand. Nun, inzwischen stehe ich ein Jahr weiter und es ist kurz nach den Sommerferien.

Ich habe die ersten beiden Semester auf meiner Schule mehr oder weniger erfolgreich hinter mich gebracht. Während das erste Semester sehr gut lief, war das zweite Semester ein Desaster, aber nicht nur für mich. Der Stundenplan war äußerst schwierig und wie es der Zufall so wollte, hatte mein Leben beschlossen spontan Chaos zu sein, dementsprechend war meine Leistung irgendwas zwischen Fehlzeiten und „Naja, sie war immerhin da“. Dennoch, ich habe vergangene Woche das dritte Semester angefangen. Damit befinde ich mich jetzt offiziell auf dem direkten Weg zum Abitur, nämlich in der Qualifikationsphase. Jedes bisschen, das man tut, zählt fürs Abitur. Es gibt Punkte, keine Noten mehr. Ihr kennt das sicher.

Mal sehen, eine der wichtigsten Veränderungen zwischendrin ist/war wohl, dass ich Latein aufgegeben habe. Ja. Kaum zu glauben, aber wahr. Latein und ich sind keine Freunde geworden und es tat mir sehr, sehr leid. Es hat sich von Anfang an abgezeichnet. Der erste Lehrer den wir hatten, der verlies die Schule nicht ganz freiwillig, aber aus gutem Grund. Der Nachfolgelehrer war zwar nett, aber dem war es reichlich einerlei, ob irgendwer mitkam und irgendwas verstand von dem, was er versuchte uns beizubringen. Es ging soweit, dass ich mit Magenschmerzen im Unterricht saß und so kam eins zum anderen und mit viel Gebettel und durch das Glück meiner guten Noten im ersten Semester, konnte ich Mitten im Schuljahr die Fremdsprache wechseln, was eigentlich nicht möglich ist. Naja. Ich hasse Französisch. Das hat sich nicht geändert und ich schwitze in jeder Stunde absolut Blut und Wasser, weil ich nicht mitkomme, nichts kann und auch nahezu nichts verstehe. Aber ich muss nur noch dieses Semester durchhalten, dann lernen bis mir der Hut brennt und den Nachweis erwerben, dann bin ich das kleine Mistvieh los. Endlich. Ende des Semesters heißt: Ende Januar. Am 1. Februar beginnt das vierte Semester. Verrückt! Die Zeit rennt, es ist unglaublich, ich komme kaum mit.

Wir waren in England vor einem Jahr. Vor 11 Monaten genau genommen. Gott, ich vermisse England. Cambridge ist eine so wahnsinnig schöne Stadt und ich bin regelrecht besessen. So besessen, dass sich mein Wunsch in England zu studieren richtig festgefressen hat. Weswegen ich auch direkt zum nächsten Thema kommen kann, nämlich meine Fächerwahl. Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich in Leistungskurse und Grundkurse eingeteilt bin. Meine Wahl war recht simpel. Die Leistungskurse sind Deutsch und Englisch. Die stärksten Fächer. Chemie, Religion und Geographie habe ich abgewählt, Soziologie, VWL, Sport, Informatik und Konsorten habe ich gar nicht erst angepeilt und geblieben als Grundkurse sind Mathe, Geschichte, Kunst, Pädagogik, Philosophie, Französisch und Bio. Ich bin ganz glücklich damit. Dazu kommt, ich habe großes Glück bei den Lehrern gehabt, denn sowohl mein geliebter Deutschlehrer, als auch meine geliebte Englischlehrerin sind mir erhalten geblieben (die Englischlehrerin aus dem Vorkus). In Mathe habe ich eine neue Lehrerin, die ich aus dem Vertiefungskurs kenne und da habe ich viel Hoffnung, dass sie mir ein bisschen das Hirn öffnet, damit ich meine Matheblockade ablegen kann. Alle anderen Lehrer sind neu, scheinen nett, ich bin gespannt. Außerdem, ich mache den ganzen Kram natürlich nicht alleine. Ich habe eine gute Schulfreundin gefunden, die alle Kurse mit mir teilt, was Zufall ist. Einzig die Fremdsprache teilen wir uns nicht, aber ansonsten alle Fächer und das ist dezent großartig.

Ich brauche diese Verbindung, das ist emotional wichtig für mich. Leider ist die Dritte bei uns im Bunde in vielen anderen Kursen und das ist sehr schade. Aber Nummer 3 habe ich noch in Französisch und in Bio bei mir. Und in Philo. Das ist nicht viel, aber immerhin ein wenig und das freut mich.

Klassengemeinschaften gibt es jetzt nicht mehr. Auf einer Seite schade, auf der anderen auch nicht, denn manche Gesichter brauche ich wirklich nicht. Reicht, wenn ich manche in Kursen wiedersehe, wo sie mir auf den Senkel gehen.

Doch, ich bin nach wie vor sehr glücklich an meiner Schule. Trotz einer harten Zeit Anfang des Jahres hat sich alles wieder gefangen und das nicht zuletzt wegen des tollen Engagements der Lehrer und der Unterstützung, die sie einem zukommen lassen.

Ich bin zuversichtlich. Immernoch. Was nicht heißt, dass ich mir nicht ins Hemd mache, vor Aufregung. Ich mach mein Abitur. Ich werd verrückt 😀

Almost done…

Kaum zu fassen wie schnell die so rumgeht. Es ist schon Anfang Juli und der Vorkurs ist nahezu vorbei. Die Klausuren sind gelaufen und die Noten für die Zeugnisse stehen fest. Sogar die erste Lehrerverteilung steht schon und in 10 Tagen habe ich Sommerferien. Unfassbar. In bereits 8 Wochen fahre ich mit einigen Mitschülern nach Cambridge auf Studienfahrt und unmittelbar danach starte ich in die Einführungsphase zum Abitur. Mann, mann, mann, wer hätte das gedacht?

Ich nicht! Soviel steht fest. Ich hätte auch nicht angenommen, dass ich mich an der Schule so wohlfühle und wir eine so gute Klassengemeinschaft haben. Dadurch, dass ich Klassensprecherin bin, hatte ich die Möglichkeit beim Schulleiter „Wünsche“ anzumelden, was die Klassenzusammenstellung und auch die Lehrerbesetzung angeht. So hatten wir das Glück erreichen zu können, dass unsere Klasse so bestehen bleibt und nur aufgestockt wird mit neuen Studierenden, die den Vorkurs nicht absolvieren mussten und auch, das wir unsere Englischlehrerin, die von uns allen sehr geschätzt und gemocht wird, als Klassenlehrerin und Englischlehrerin behalten können, denn eigentlich wollte der Schulleiter eben diese Lehrerin lieber in den höheren Klassen einsetzen, als in den unteren Klassen. Aber jetzt behalten wir sie und das ist sehr gut 🙂

Meine Noten sehen soweit eigentlich auch ganz gut aus, wenn man bedenkt, dass ich zwischendrin wirklich kaum Zeit hatte was für die Schule zu machen oder für die Klausuren zu lernen, wegen des Umzugs und all dem, was da seit März so anstand. Vermutlich wird mein Schnitt bei 2,4 landen, was ich soweit ganz in Ordnung finde, ich hoffe aber, ich kann da in Zukunft noch einiges mehr bei rausholen. Wir werden sehen. Englisch mausert sich zu meinem Streberfach, dort stehe ich mündlich und schriftich 1 und auf dem Zeugnis auch. Wenn das nicht gut ist, weiß ich auch nicht :))

 

Halbzeit

Oder sowas in der Richtung.

Es ist schon Mitte Mai. Ich bin jetzt seit über drei Monaten Studierende, wie es so schön heißt, an meiner Schule. Ich habe mich gut eingelebt und fühle mich, entgegen aller Erwartungen, doch recht wohl dort. Ich habe zum größten Teil tolle Mitschüler die alterstechnisch alle so zwischen 20 und 30 Jahren liegen. Wir haben allerdings auch Studierende an der Schule die jenseits der 50 sind.

Meine Lehrer, die ich in den einzelnen Fächern habe, sind sehr kompetent und nehmen sehr viel Rücksicht auf so ziemlich alles. Wenn man mal ausfällt, weil man einfach nicht kann, weil etwas dazwischen gekommen ist, ist das kein Problem und selbst längere Ausfälle sind möglich, sofern sie abgesprochen sind. Alles ist sehr im Sinne der Schüler ausgerichtet und möglichst so gedreht, dass wir uns nicht allzu viele Sorgen um irgendwas machen müssen.

Die erste Hälfte des Vorkurses, den ich besuche um meine Wissenslücken aufzufüllen, ist vorbei. Damit auch die erste Klausurphase, die ich persönlich als recht stressig empfand, aber wohl vorallem, da auch privat recht viel passiert im Moment. Meine Noten stehen soweit ganz in Ordnung, ich kann mich nicht beklagen. In Englisch stehe ich mündlich 1 und schriftlich 2+ mit Tendenz nach oben. Das freut mich besonders.

Mathe ist nach wie vor ein kleines Drama, doch ich freue mich über jede Aufgabe die ich selbstständig und korrekt löse. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.
Ich freue mich ausserdem darüber, dass ich Teil einer kleinen, aber feinen 5er Weiber-Clique bin. Wir sind die Strebergang und haben immer irgendwas zu lachen. Im Großen und Ganzen kann ich mich wirklich nicht beschweren. Möchte ich auch nicht.

Derzeit bin ich der Meinung es war eine verdammt gute Entscheidung aufs Kolleg zu gehen, auch wenn mich mein Privatleben zur Zeit echt fertig macht.

Die im letzten Post erwähnten guten Freunde Englisch und Bio, btw, sind nur zum Teil meine Freunde. Aber auch nur, weil Bio sich zu Chemie gemausert hat und wir noch nie eine sonderlich gute Beziehung zueinander hatten, ausser während der Knallgasprobe in der 9. Klasse auf der Gesamtschule, da hatte wir doch eine kurze, sehr kribbelige und intensive Zeit… Aber jetzt… Nein, wir wollen uns immernoch nicht so richtig anfreunden, dafür hat Englisch beschlossen ein wirklich guter Freund zu werden. Man kann ja nie genug Freunde haben 😉

Ex nihilo nihil fit…

…von nichts kommt nichts.

Ich habe meine erste „Schulwoche“, die ganze zwei Tage dauerte, inzwischen hinter mich gebracht und heute fing der tatsächliche Schulalltag an. Der erste Schultag beinhaltete auch Aufstehen um 5:40. Was für eine bescheuerte Zeit.

Für jemanden der schon lange regelmäßig arbeiten geht ist das Ganze wohl Alltag, aber für jemanden, der jahrelang solange schlafen konnte wie er wollte und auch ins Bett gehen konnte wann er wollte, ist das schon eine harte Nummer. Vorallem wenn man, wie ich, ein nachtaktives Wesen ist und 5:40 eigentlich eher so die Bett-geh-Zeit ist, als die Aufsteht-Zeit. Aber nun gut, der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier.

Zu meiner Freude durfte ich heute direkt meinen alten Freund Mathe wiedertreffen. Man muss wissen, dass Mathe und ich schon immer ein sehr schwieriges Verhältnis hatten, verstanden haben wir uns nie, eher sogar abgrundtief gehasst. Das ist auch nach acht, fast neun Jahren strengstem aus-dem-Weg-gehen nicht anders. Mathe und ich sind Feinde aller erster Güte und noch dazu sorgt es dafür, dass ich mich beschissen hervorragend fühle. Ich hasse es.

Man kann es schon erahnen, ich hatte meine ersten beiden Stunden Mathe und durfte feststellen, dass das nicht einfach wird. Ich ahnte es bereits, aber so eine Katastrophe hatte ich nicht befürchtet. Dafür scheint Deutsch noch verankert zu sein, ein bisschen eingerostet, aber alles noch irgendwie da. Morgen sehe ich Mathe schon wieder, ich kanns ja kaum erwarten in das hämisch grinsende Zahlengesicht zu gucken, während ich schwitzend über Aufgaben für die sechste Klasse brüte. Aber dafür lerne ich auch Bio und Englisch kennen, beides gute Freunde von mir. Mal sehen ob sie sich noch an mich erinnern… oder ich mich an sie… Das wird noch ein spaßiges Unterfangen. Nach dem ersten Ausraster vorhin bin ich nun nur noch müde und will nur noch schlafen… Nur so ein halbes Stündchen, das wäre schön…

 

Time’s up!

Mich trennen nicht einmal mehr 20 Stunden vom Schulbeginn, mir geht auf gut Deutsch der Arsch auf Grundeis.

Schon die letzten Woche befand ich mich in einem permanenten, panikähnlichen Zustand inklusive Angstschüben, schlaflosen Nächten und sehr viel Kopfkino. Morgen gehts los und ich weiß noch nicht so genau ob ich mich freue oder mich doch lieber weinend ins Bett verziehen soll.

Es ist für morgen eine Einführungsveranstaltung geplant und auf meinem kleinen Zettelchen stand etwas davon, das die Klassenlehrer uns abholen und wir dann auch unseren Stundenplan bekommen. Klingt ein bisschen wie in der Grundschule, nicht?

Also, wir werden sehen wohin mich die Reise führt. Ich hoffe weit. Sehr weit.

Der Countdown läuft…

Es ist eine ganze Weile her, dass ich mich habe hier sehen lassen. Das lag wohl vorwiegend daran, dass ich den Gedanken an die mir bevorstehende Zeit ziemlich weit weggeschoben habe und die letzten Monate als sowas wie Intensiv-Ferien genutzt habe. Überwiegend nur das gemacht was ich wollte. Lange geschlafen, viel gespielt, viel nichts getan und die Zeit genossen. Doch jetzt geht es langsam auf den Februar zu. Nur noch zwei Monate. Acht Wochen. Noch vor vier Wochen war es noch ein viertel Jahr. Jetzt könnte ich anfangen die Tage zu zählen. Tatsächlich schleicht sich so langsam Angst ein.
Angst vor der Veränderung, denn ich bin ein Gewohnheitsmensch und tue mich mit Veränderungen schwer.
Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Zugegeben, so neu ist es ja nicht, ich hab ja schonmal die Schulbank gedrückt, aber trotzdem ist es anders. Weil ich mich verändert habe in den letzten Jahren.
Angst vor dem Versagen habe ich auch. Wie könnte ich auch nicht, das wird eine harte Geschichte die ich da vor mir habe und Versagensangst habe ich dann doch irgendwie. Nur darf ich es nicht versauen. Ich darf einfach nicht. Ich muss es schaffen, weil ich sonst nichts aus mir machen kann und ich meine letzte Chance verwirkt habe. Druck – etwas mit dem ich absolut nicht gut umgehen kann, weil ich dazu neige mich so sehr hineinzusteigern, dass ich unter der Last wegbreche wie ein dünnes Stück Holz. Ich spüre wie meine etwas mitgenommene Psyche, um es gelinde auszudrücken, angespannter wird. Die paar Menschen denen ich vertraue sind so davon überzeugt, dass ich es schaffe, das meine Ängste gar nicht zu ihnen durchringen und so muss ich das mit mir allein ausmachen. Ich versuche mir meine Bedenken etwas von der Seele zu schreiben, damit ich nicht den Verstand verliere oder aber in alte Muster zurückfalle, die mich am Ende daran hindern könnten, das zu tun, was ich möchte.
Zwar beschäftige ich mich jetzt schon mit Leidenschaft damit, was ich alles brauchen kann und plane sogar eine Art „Studierzimmer“ in meiner neuen Wohnung, die es noch nicht gibt, aber geben wird, da ich in dieser aufgrund der hohen Kosten nicht ewig bleiben kann, aber der Bammel vor dem Anfang des Ganzen wächst und wächst und wächst… Durchatmen. Zurücklehnen und versuchen die letzten acht Wochen voll auszuschöpfen. Die letzten 60 Tage nichts tun beginnen jetzt.